20 Years of The New Vienna Times

Oktober 19, 2008

Colin Powell wählt Barack Obama

Powell Obama

Soeben hat Colin Powell eine Wahlempfehlung für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama ausgesprochen. In seinem Auftritt in der Show „Meet the Press“ auf NBC (9 am ET) kritisiert er die negative Kampagne des Republikaners John McCain, der seit Wochen Obama in Verbindung bringt mit Terrorismus, Kommunismus und Linksradikalen. Colin Powell, selbst Republikaner, verurteilt diese Schlammschlacht mit scharfen Worten und meint weiter, Obama brächte den notwendigen Generationenwechsel ins Weiße Haus, wohingegen McCain nur die US-Politik der letzten 8 Jahre fortsetzen würde. Das vom ehemaligen Außenminister (2001-2005) unter Präsident Bush! MSNBC.

Colin Powell hat damit vollkommen Recht. Ich bin sehr froh darüber, dass jemand, der über alle politischen Grenzen in den USA respektiert wird, so klar Stellung bezogen hat für Obama und gegen McCain. Der Wahlkampf von John McCain ist eine reine Schmierenkampagne: jedes Mittel ist gut und billig um Obama als kinderschändenden, schwarzmuslimischen Anti-Amerikaner hinzustellen, der Sex mit Terroristen hat und in geheimer Verschwörung die schwarzen Kinder zu einer Vietkong-Rache-Armee ausbildet. Schon wie 2004 propagieren die Republikaner Angst und keine Inhalte, in totaler Verachtung der Menschen, der Intelligenz, des Rests der Welt und sogar Teilen Amerikas. John McCain und seine autistische Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin hetzen Amerika auf und führen es zurück ins Zeitalter der Sezession, gewürzt mit Rassismus und religiösem Fundamentalismus.

Barack Obama und die Demokraten bleiben cool, kritisieren in den Themen (Gesundheitsvorsorge, Finanzmarktkrise, Bildungswesen, Irak/Afghanistan/Pakistan) und verzichten auf persönliche Attacken. Sie sammeln Rekordsummen an Wahlunterstützung (150 Mio Dollar alleine im September!), führen in den nationalen sowie wichtigen regionalen Umfragen mit bis zu 10 % und trotzdem kann in den 16 Tagen bis zur Wahl am 4. November noch alles, wirklich alles, passieren. Obama warnt davor sich zurückzulehnen und auszuruhen. „Go out and vote, we have to bring our lead over the finish-line!“ ruft er 100.000 Menschen bei einer Wahlveranstaltung gestern in St.Lous zu.

In der Zwischenzeit zeichnet Sarah Palin der republikanischen Basis ihre beschränkte Version der Landkarte von den Vereinigten Staaten auf, geteilt in Pro-Amerika und Anti-Amerika.
Den selben Weg schlägt die Spitzenkandidatin der Grand Old Party (GOP, wie sich die Republikanische Partei auch nennt) für Minnesota, Michele Bachmann, ein, in ihrem TV-Interview in der Sendung „Hardball“ auf MSNBC. Darin bezeichnet sie die Liberalen (Demokraten) als Sozialisten und Anti-Amerikaner und fordert die Medien dazu auf, sämtliche Kongressabgeordneten zu durchleuchten und rauszufinden, wer pro und wer gegen Amerika ist! Jeder der eine andere Ansicht als die der Republikaner vertritt, ist Anti-Amerikaner, gegen Amerika, ein Terrorist und Verräter! Der Faschismus ist endlich in den USA angekommen!

Quellen:
www.cnn.com
www.huffingtonpost.com
www.wonkette.com
www.nytimes.com

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